Ansprechpartner

Ihr Kontakt für das Projekt Stillen bei Ewerbstätigkeit ist die zertifizierte AFS-Stillberaterin Uta Tanzer.

Sie erreichen Frau Tanzer via E-Mail unter erwerbstaetigkeit@afs-stillen.de

Stillen in der Ausbildung/im Studium

Studium und Arbeit mit Vollstillkind

M. hat immer gerne gearbeitet und das hat sich auch durch die Geburt ihrer Tochter nicht geändert. Dennoch wird J. voll gestillt.

Für mich und meinen Mann war schon bei der Hochzeit klar, dass er – sollten wir Kinder bekommen – zu Hause bleibt. Ich gehe viel zu gerne arbeiten und habe bis dahin schon viel Geld und Freizeit in meine Weiterbildungen gesteckt. Meinem Mann hingegen machte seine Arbeit in der Metallbranche keine Freude. Als er dann in der Wirtschaftskrise 2008 fast ein Jahr zu Hause blieb und den Haushalt schmiss (und ihm dies Spaß machte), waren wir in unserer Entscheidung bestätigt. Es handelte sich nicht um eine finanzielle Entscheidung.

Schwanger im Studium

Die Schwangerschaft mit J. kam dann doch etwas überraschend für uns, hatte ich doch gerade ein berufsbegleitendes Studium etwas weiter weg begonnen. Dazu müsste ich immer für zwei bis drei Wochen ins 280km entfernte Freiburg.

Nun ja, wir freuten uns dennoch sehr auf sie. Dass ich weiter studierte, stand für mich außer Frage.

Ende Oktober 2013 kam unsre Tochter zur Welt. Die ersten drei Wochen Stillen waren zum Teil ziemlich schmerzhaft, eine richtige Hilfe hatte ich nicht und meine Nachsorgehebamme interessierte es nicht. Ich blieb trotzdem dabei.

Im Januar bin ich wieder zum Studieren. Mein Mann ist mit meiner Tochter mitgekommen und hat mir J. in der Mittagspause zum Stillen gebracht. Für den Fall, dass sie früher Hunger bekommen sollte, habe ich Milch abgepumpt.

Es funktionierte sehr gut.

Wiedereinstieg

Seit März 2014 bin ich wieder arbeiten. Ich wohne nur fünf Kilometer vom Büro weg.

Meine Tochter stille ich um sieben, gehe um acht zur Arbeit und dann hält sie es ohne Essen bis zwölf/ halb eins aus. Sollte sie früher Hunger bekommen, fahre ich für eine Stillpause kurz heim oder mein Mann bringt sie mir im Büro vorbei. Da ich einen eigenen Raum habe, ist das kein Problem. Um zwei gehe ich dann nochmal zur Arbeit.

Wir hatten das nie „trainiert“, dass sie so lange ohne Mahlzeit auskommt. Zu Hause kommt sie zum Teil weiterhin alle anderthalb bis zwei Stunden. Nur wenn ich nicht in ihrer Nähe bin, scheint sie ihren Hunger zu vergessen.

Zu Anfang hatte ich noch abgepumpt. Aber für eine Mahlzeit habe ich einen Tag Vorlauf benötigt, so richtig hat das nie funktioniert. Seit ich nicht mehr abpumpe, hat sich meine Brust auch komplett eingespielt. Stilleinlagen sind unnötig geworden. Für den absoluten Notfall (ich befände mich in einem Gespräch oder auf Hausbesuch) hat mein Mann inzwischen fertige Pre-Nahrung zu Hause.

Alltag

In der Nacht ist es manchmal sehr anstrengend. Sie kommt immer noch alle anderthalb bis zwei Stunden, sodass ich den Wecker am Morgen am Liebsten zum Fenster raus werfen würde. Wird es mir zu viel, lasse ich sie mit meinem Mann zusammen auf dem Sofa im Wohnzimmer schlafen, dort schläft sie vier bis sechs Stunden am Stück und ich kann wieder Kraft tanken.

Meine Tochter ist nun sieben Monate und wird noch voll gestillt. Naja, fast. Vor einem Monat haben wir mit BLW begonnen, sie isst also kleinste Mengen am Familientisch mit und hat große Freude daran.

Ich genieße das Stillen seit ich beim Arbeiten bin sehr. Es verleiht unserer Beziehung etwas exklusives und entschädigt mich für die Zeit, die ich sie nicht um mich habe.

Bereut habe ich meine Entscheidung übrigens keine Sekunde. Ich gehe weiterhin gerne zur Arbeit.