Ansprechpartner

Ihr Kontakt für das Projekt Stillen bei Ewerbstätigkeit ist die zertifizierte AFS-Stillberaterin Uta Tanzer.

Sie erreichen Frau Tanzer via E-Mail unter erwerbstaetigkeit@afs-stillen.de

Praktische Hilfen

Praktische Hilfen zum Stillen im Job.

Richtig Abpumpen

Wenn Sie Ihr Kind nicht bei der Arbeit stillen können, werden Sie wahrscheinlich Muttermilch mit Hilfe einer Milchpumpe gewinnen. Damit das gut funktioniert, finden Sie hier ein paar Hinweise:

  • Lesen Sie zunächst die Gebrauchsanweisung für Ihre Milchpumpe und befolgen Sie diese.
  • Richten Sie den Ort, an dem Sie abpumpen bequem ein. Stellen Sie ein Glas Wasser bereit, legen Sie alles, was Sie zum Pumpen benötigen in Griffweite und setzen Sie sich bequem hin.
  • Bevor Sie beginnen, waschen Sie Ihre Hände.
  • Wählen Sie eine passende Brusthaube aus. (Kriterien für die Auswahl einer passenden Brusthaube). Eine gute Milchpumpe sollte immer mehrere Brusthaubengrößen anbieten.
  • Damit sie bestmöglich an der Brust anliegt und abschließt, sollten Sie die Brusthaube vor dem Ansetzen anfeuchten.
  • Zu Beginn des Pumpvorgangs, sollten Sie die Pumpe so einstellen, dass sie das größtmögliche Vakuum erzeugt, was für Sie noch angenehm ist. Dazu erhöhen Sie das Pumpvakuum soweit, bis es sich leicht unangenehm anfühlt. Dabei sollten Sie jedoch keine Schmerzen haben, Dann verringern Sie das Vakuum wieder leicht. Das ist das für Sie optimale Pumpvakuum.
  • Das Abpumpen sollte niemals Schmerzen bereiten. Wenn Sie Schmerzen haben, brechen Sie den Pumpvorgang ab, damit das Brustgewebe nicht verletzt wird.
  • Sie können Ihre Brust vor und während des Abpumpens massieren, um den Milchfluss zu unterstützen.
  • Wichtig ist, dass durch das Pumpen der Milchspendereflex ausgelöst wird, nur so können Sie effektiv Muttermilch gewinnen.
  • Doppelseitige Milchpumpen sind praktisch, weil Sie so in kürzerer Zeit mehr Milch gewinnen können. Wenn Sie eine einseitige Pumpe nutzen, wechseln Sie ruhig mehrmals während des Pumpvorgangs die Seiten.
  • Vielen Frauen hilft es, wenn sie beim Pumpen an ihr Kind denken, an einem Kleidungsstück dem Babys riechen, ein Foto oder Video des Kindes betrachten. Das kann den Milchfluss anregen.
    Es gibt aber auch Frauen, die besser Pumpen können, wenn sie abgelenkt sind und nicht an ihr Kind denken. Sie sollten ausprobieren, was bei Ihnen gut funktioniert.
  • Um die Milchproduktion anzuregen, kann man am Ende des Pumpvorgangs, noch ein wenig „trocken“ weiter pumpen. Das signalisiert der Brust, dass sie mehr produzieren soll.

Hier finden Sie noch ein englischsprachiges Video zum Abpumpen:

http://newborns.stanford.edu/Breastfeeding/MaxProduction.html

Wenn Sie noch Fragen zur richtigen Nutzung einer Milchpumpe haben, wenden Sie sich an Ihre Stillberaterin oder Hebamme.

Pflichten des Arbeitgebers

Als Arbeitgeber sind Sie vielleicht nicht so häufig mit dem Thema Stillen konfrontiert. Wenn eine Mitarbeiterin zu Ihnen kommt, um Stillzeiten in Anspruch zu nehmen, gibt es einige Dinge, die Sie beachten sollten, da sich für Sie Pflichten ergeben, die Sie erfüllen müssen. Diese Pflichten möchten wir Ihnen hier kurz darlegen.

Mitteilung und Attest

Eine stillende Mutter soll dem Arbeitgeber mitteilen, dass sie Stillzeiten nach §7 MuSchG in Anspruch nehmen möchte. Der Arbeitgeber kann ein Attest hierüber verlangen. Dieses wird vom Arzt oder der Hebamme der Mutter ausgestellt. Die Kosten für dieses Attest übernimmt der Arbeitgeber.

Gefährungsbeurteilung

Nach der Mitteilung muss der Arbeitgeber bei der Einrichtung und Unterhaltung des Arbeitsplatzes und bei der Regelung der Beschäftigung die erforderlichen Vorkehrungen und Maßnahmen zum Schutze von Leben und Gesundheit der stillenden Mutter zu treffen. Das bedeutet, dass der Arbeitgeber die Arbeitsbedingungen hinsichtlich möglicher Gefährdungen beurteilen muss und die erforderlichen Schutzmaßnahmen festlegen muss, falls eine Gefährdung vorliegt.

Dabei kann sich der Arbeitgeber von fachkundigen Personen, z. B. dem Betriebsarzt oder der Fachkraft für Arbeitssicherheit unterstützen lassen.

Über die Ergebnisse der Beurteilung und die zu ergreifenden Maßnahmen muss der Arbeitgeber die stillende Mutter und die übrigen bei ihm beschäftigten Arbeitnehmerinnen sowie den Betriebsrat informieren.

Stellt sich heraus, dass die Sicherheit oder Gesundheit der stillenden Mutter gefährdet ist bzw. dass Auswirkungen auf die Stillzeit möglich sind, hat der Arbeitgeber folgende Möglichkeiten:

  • Umgestaltung der Arbeitsbedingungen
  • Bereitstellung eines geeigneten anderen Arbeitsplatzes
  • Freistellung von der Arbeit

Stillzeit

Der Stillenden Mutter ist auf ihr Verlangen die zum Stillen erforderliche Zeit, mindestens aber zweimal täglich eine halbe Stunde oder einmal täglich eine Stunde freizugeben. Die Stillzeit gilt als Arbeitszeit und wird auch so bezahlt.

Der Arbeitgeber sollte gemeinsam mit der Mutter überlegen, wie die Stillzeiten gut in den Arbeitstag platziert werden können. Das kann auch bedeuten, dass die Stillzeiten an den Rand der Arbeitszeit gelegt werden und die Mutter entweder später kommt oder eher geht.

Der Arbeitgeber sollte der stillenden Mutter auch einen geeigneten Raum zum Stillen bzw. Abpumpen zur Verfügung stellen. Dies darf nicht die Toilette sein. Ein selten genutztes Büro oder ein Besprechungsraum tun es auch. Gut ist es, wenn dieser Raum abschließbar ist.