Ansprechpartner

Ihr Kontakt für das Projekt Stillen bei Ewerbstätigkeit ist die zertifizierte AFS-Stillberaterin Uta Tanzer.

Sie erreichen Frau Tanzer via E-Mail unter erwerbstaetigkeit@afs-stillen.de

Praktische Hilfen für Arbeitgeber

Was können Sie als Arbeitgeber tun, um Ihren Mitarbeitern das Arbeiten und Stillen zu erleichtern?

Pflichten des Arbeitgebers

Als Arbeitgeber sind Sie vielleicht nicht so häufig mit dem Thema Stillen konfrontiert. Wenn eine Mitarbeiterin zu Ihnen kommt, um Stillzeiten in Anspruch zu nehmen, gibt es einige Dinge, die Sie beachten sollten, da sich für Sie Pflichten ergeben, die Sie erfüllen müssen. Diese Pflichten möchten wir Ihnen hier kurz darlegen.

Mitteilung und Attest

Eine stillende Mutter soll dem Arbeitgeber mitteilen, dass sie Stillzeiten nach §7 MuSchG in Anspruch nehmen möchte. Der Arbeitgeber kann ein Attest hierüber verlangen. Dieses wird vom Arzt oder der Hebamme der Mutter ausgestellt. Die Kosten für dieses Attest übernimmt der Arbeitgeber.

Gefährungsbeurteilung

Nach der Mitteilung muss der Arbeitgeber bei der Einrichtung und Unterhaltung des Arbeitsplatzes und bei der Regelung der Beschäftigung die erforderlichen Vorkehrungen und Maßnahmen zum Schutze von Leben und Gesundheit der stillenden Mutter zu treffen. Das bedeutet, dass der Arbeitgeber die Arbeitsbedingungen hinsichtlich möglicher Gefährdungen beurteilen muss und die erforderlichen Schutzmaßnahmen festlegen muss, falls eine Gefährdung vorliegt.

Dabei kann sich der Arbeitgeber von fachkundigen Personen, z. B. dem Betriebsarzt oder der Fachkraft für Arbeitssicherheit unterstützen lassen.

Über die Ergebnisse der Beurteilung und die zu ergreifenden Maßnahmen muss der Arbeitgeber die stillende Mutter und die übrigen bei ihm beschäftigten Arbeitnehmerinnen sowie den Betriebsrat informieren.

Stellt sich heraus, dass die Sicherheit oder Gesundheit der stillenden Mutter gefährdet ist bzw. dass Auswirkungen auf die Stillzeit möglich sind, hat der Arbeitgeber folgende Möglichkeiten:

  • Umgestaltung der Arbeitsbedingungen
  • Bereitstellung eines geeigneten anderen Arbeitsplatzes
  • Freistellung von der Arbeit

Stillzeit

Der Stillenden Mutter ist auf ihr Verlangen die zum Stillen erforderliche Zeit, mindestens aber zweimal täglich eine halbe Stunde oder einmal täglich eine Stunde freizugeben. Die Stillzeit gilt als Arbeitszeit und wird auch so bezahlt.

Der Arbeitgeber sollte gemeinsam mit der Mutter überlegen, wie die Stillzeiten gut in den Arbeitstag platziert werden können. Das kann auch bedeuten, dass die Stillzeiten an den Rand der Arbeitszeit gelegt werden und die Mutter entweder später kommt oder eher geht.

Der Arbeitgeber sollte der stillenden Mutter auch einen geeigneten Raum zum Stillen bzw. Abpumpen zur Verfügung stellen. Dies darf nicht die Toilette sein. Ein selten genutztes Büro oder ein Besprechungsraum tun es auch. Gut ist es, wenn dieser Raum abschließbar ist.

Anregungen für den Arbeitgeber

Muttermilch ist die natürliche Ernährung des Säuglings. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, sechs Monate ausschließlich zu stillen und danach bei geeigneter Beikost weiter zu stillen bis zum zweiten Geburtstag und darüber hinaus so lange Mutter und Kind das wollen.

Stillen ist gesund für Mutter und Kind. So sind gestillte Kinder seltener krank als nicht gestillte. Das trägt dazu bei, dass die Fehlzeiten von Müttern und Vätern gestillter Kinder geringer sind.

Stillen lohnt sich! Auch für den Arbeitgeber.

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